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oder Annika erkundet die Welt

Mein neuer Freund 29 Februar, 2008

Gespeichert unter: Freunde — annikabrazil @ 8:39

Da ich mich klagend dazu aeusserte keine Freunde in Goiania zu haben, gab mir eine Verantwortliche meiner Austauschorganisation die Nummer eines Jungen, namens Lucas, von dem sie annahm, dass ich mit ihm Freundschaft schliessen koennte.

Nach drei  aetzend langweiligen Tagen mit seiner Nummer in meiner Tasche, raffte ich mich auf und rief bei ihm an. Zum Glueck schien er ganz nett zu sein und lud mich spontan zu einem Samba am selbigen Abend ein. Seine Freunde waren auch da und ich verstand mich auf anhieb mit ihm. Er hat denselben Musikgeschmack wie ich, eine Band und wahrscheinlich darf ich in Zukunft auch mal mit ihnen singen, aber das steht noch in den Sternen…

Am Samstag begab ich mich dann mit einer Freundin, die ich Palmas kennegelernt hatte, welche aber in Goiania studiert und einer anderen Austauschschuelerin auch aus Palmas, die das Wochenende hier verbrachte, auf ein Reaggekonzert. Klar, dass er auch dort war, wir liefen uns schon in den ersten fuenf Minuten des Konzertes ueber den Weg und nach einem kurzen „Oi“ zu mir, begann er sich gleich angeregt mit der anderen Austauschschuelerin, welche uebrigends aus Finnland kommt, zu unterhalten. Ich ging in der Zwischenzeit auf’s Klo und als ich wiederkam traute ich doch glatt meinen Augen nich: Da standen also beide, eng verknotet, wild knutschend. Irgendwie hatte ich sowas bei meiner Verabschiedung zum Weg auf die Toilette schon geahnt.

Fuer alle die es nich wissen, was die beiden da taten, ist hier ganz gaengig und hat auch einen Namen: „Ficar“, was im Klartext bedeuted, dass man sich mit jemanden kuesst, denn man in Regel vorher nich kannte und danach auch nie wieder sieht. Es gibt auch bestimmte Bands bei deren Show es schon von vornherein klar ist, dass man mehr als 5 Leute abschleppen wird, da sind bei der Anzahl auch keine Grenzen gesetzt, kann schonmal so bis 20-30 gehen.

Ja, auf jeden Fall kam ich mir ein bisschen bloed vor und liess mir, waehrend ich mich mit Carol unterhielt, von Lucas’ Freunden ein Bier bringen. (Darf ich sowas in diesem Blog ueberhaupt schreiben?) Egal, bei Konzerten in Brasilien gibt es oft „Open Bar“, also Bier, Wasser und Erfrischungsgetraenke, gratis soviel man will. Joa, und nach der laenge von drei Bieren mehr, begann ich mich vor den Freunden darueber zu aeussern, wie bloed ich dieses   “ Ficaren“ finde und das nie mehr machen werde, vorauf sie mir kein Bier mehr brachten….